Referent: Prof. Dr. Christian Pfeifer, Institut für Pharmazie, Uni Kiel
Vortragsthema: Arzneimittelrückstände in der Umwelt
Neben der aktuellen Klimawandel und Mikroplastikdiskussion stellt der Eintrag von Medikamentenrückständen in die Umwelt über Abwässer oder durch unsachgemäße Entsorgung ein globales Problem dar. Jährlich werden allein in Deutschland bis zu 38.000 Tonnen Medikamente verbraucht, wobei anzunehmen ist, dass diese Menge in den kommenden Jahrzenten in Folge des demografischen Wandels noch deutlich zunehmen wird. Kein Wunder, dass sich häufig verschriebene Arzneistoffe in relevanten Konzentrationen im Oberflächenwasser wiederfinden. So konnten weltweit fast 1000 und in Deutschland mehr als 400 verschiedene Human-Wirkstoffe und deren Abbauprodukte in der Umwelt nachgewiesen werden, darunter Hormone, Schmerzmittel oder Blutdruckmedikamente. Unsere Klärwerke werden mit modernen Reinigungsmethoden aufgerüstet mit dem Ziel, pharmakologisch wirksame Rückstände zu entfernen, um Gewässer, Grund- und Trinkwasserressourcen zu schützen.
Der Vortrag geht auf Arzneistoffe mit hoher Umweltrelevanz ein und zeigt Details zu „Chemicals of emerging concern“ wie Diclofenac. Biologische Effekte werden erörtert und Lösungsansätze zur Reduktion von Arzneistoff-Rückständen in der Umwelt aufgezeigt.
27.10.2026
19:30 - 21:30 Uhr
Kupfermühlenweg 7, Glinder Mühle, Kupfermühlenweg 7